Der Krieg als animalischer Überlebenskampf – Erstürmung der feindlichen Stellungen

Szenenanalyse S.104-107 (Erstürmung der feindlichen Stellungen):

Inhalt der Szene:

Die deutsche Artillerie, unter ihnen Paul Bäumer und seine Kompagnie, verfolgen die französischen Gegner bis hin zu ihrer Stellung, wobei es zu mehreren Verwundeten und Toten auf beiden Seiten kommt. Dabei erbeuten Paul und seine Kameraden Konserven und Kognak.

Analyse der Szene:

Paul berichtet über die Verfolgung der französischen Truppen in all ihrer Brutalität vollkommen distanziert: „Neben mir wird einem Gefreiten der Kopf abgerissen. Er läuft noch einige Schritte, während das Blut ihm wie ein Springbrunnen aus dem Halse schießt“ (S.104). Seine Sprache ist dabei anschaulich, hart und realistisch: „(…) ein Spatenschlag spaltet ihm das Gesicht“ (S.105“, (…) ein Bajonett zischt ihm in den Rücken“ (S.105). Der Erzähler wirkt vollkommen verroht und brutal, zugleich vollkommen willenlos, wenn er sich selbst als „Automaten“ beschreibt, welche „willenlos und doch wahnsinnig wild und wütend“ sind und töten „wollen“ (S.104). Die Alliterationen (W-Konsonanten) betonen dabei nachdrücklich die Aussagen Paul Bäumers. Dabei scheinen Paul und seine Kameraden jegliche Moral verloren zu haben, allein das eigene Überleben ist das einzige Ziel: „ (…) in unsere durchsiebten, durchlöcherten Seelen bohrt sich quälend eindringlich das Bild der braunen Erde (…)“ (S. 105). Allein der Instinkt zu töten, um selbst zu überleben, bleibt: Wie „gefühllose Tote, die durch einen Trick, einen gefährlichen Zauber noch laufen und töten können“ (S.105). Erst, nachdem sie die feindlichen Stellungen erstürmt haben und mit ein paar Konserven zurückgekehrt sind, „werden wir wieder so etwas wie Menschen“ (S. 107).